Arbeitsmarktprofil 2025

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Wirtschafts- und Wohlstandsniveau

Die österreichische Wirtschaft verzeichnete nach zwei Jahren rückläufiger Wirtschaftsleistung erstmals wieder ein schwaches Wachstum. Erneut sind aber die Industrieregionen mit einem schwierigeren Konjunkturumfeld konfrontiert.
Im Bundesland Salzburg schrumpfte die Wirtschaft im Jahr 2025 leicht. Wachstumsimpulse kamen weder von der Industrie noch vom Tourismus, lediglich der Handel war ein kleiner Lichtblick. Insgesamt stagnierte die Industrieproduktion. Positive Entwicklungen kamen jedoch von der Nahrungsmittel- und Metallindustrie, während das wirtschaftliche Umfeld für den Maschinenbau und die KFZ-Zulieferindustrie herausfordernd blieb. Diese negativen Entwicklungen führten auch zu einem Rückgang der Exportstatistik. Die Baukonjunktur präsentierte sich besser als der österreichweite Durchschnitt. Der Tiefbau legte deutlich zu, der Hochbau verzeichnete hingegen einen kräftigen Rückgang. Im tertiären Sektor entwickelte sich der Handel spürbar besser als im Vorjahr. Gemeinsam mit dem öffentlichen Bereich stützte er die regionale Konjunktur. Hingegen leisteten die Finanzdienstleister einen schwächeren Beitrag als im Vorjahr. Die schwache Industriekonjunktur bedingte ein schwieriges Umfeld für die unternehmensnahen Dienstleistungen und die Transportwirtschaft. Der Tourismus konnte aufgrund der hohen Personal- und Energiekosten keinen positiven Wachstumsbeitrag zur regionalen Wertschöpfung leisten, obwohl die Zahl der Nächtigungen anstieg.
Die Beschäftigtenzahl stagnierte (+0,0%; Österreich: +0,1%). Die Zahl der arbeitslosen Personen stieg stärker als im Bundesschnitt an (+8,8%; Österreich: +6,6%). Die Arbeitslosenquote stellt mit 4,5% gemeinsam mit Tirol den niedrigsten Wert im Bundesländervergleich dar (Österreich: 7,4%).

Quelle: Statistik Austria, Bank Austria, WIFO.

Bruttoregionalprodukt

Das Bruttoregionalprodukt (BRP) misst die wirtschaftliche Leistung einer Region. Das Bruttoregionalprodukt je Einwohner/in (BRP/EW) ermöglicht einen Vergleich der Wirtschaftskraft der Regionen.

Für Salzburg wurde im Jahr 2023 ein BRP/EW von rund 121% des österreichischen Werts ausgewiesen (Rang 1 unter den österreichischen Bundesländern).
Zwischen 2021 und 2023 wurde ein Anstieg des BRP von 22,8% verzeichnet (Österreich: +17,6%).

Produktivität

Das BRP bezieht sich auf den Arbeitsort, während die dazu in Relation gesetzten Einwohner/innenzahlen auf den Wohnort bezogen sind, d.h. dass regionsüberschreitende Pendler/innenströme unberücksichtigt bleiben. Ergänzend gibt der Indikator „BRP pro Erwerbstätiger/Erwerbstätigem” (BRP/Job) wieder, wie viel an den Arbeitsstätten je Region von den jeweiligen Arbeitskräften erwirtschaftet wird (Produktivität).

Für Salzburg wurde im Jahr 2023 eine Produktivität von rund 108% des österreichischen Werts ausgewiesen (Rang 1 unter den österreichischen Bundesländern).

Die Wirtschaftstruktur im Land Salzburg ist geprägt von einem hohen Anteil des tertiären Sektors (Tourismus und Freizeitwirtschaft, Handel, sonstige Dienstleistungen).

Bruttowertschöpfung

Die Bruttowertschöpfung (BWS) ergibt sich aus dem Gesamtwert der im Produktionsprozess erzeugten Waren und Dienstleistungen, vermindert um die Vorleistungen. Die BWS nach Wirtschaftssektoren gibt Auskunft darüber, welchen Beitrag die einzelnen Wirtschaftssektoren zur Gesamtwertschöpfung leisten.

Auf den primären Sektor (Land- und Forstwirtschaft, Fischerei) entfielen 2023 rund 1%, auf den sekundären Sektor (Gewinnung von Rohstoffen, Herstellung von Waren, Energie und Wasser, Bau) rund 29% und auf den tertiären Sektor (Erbringung von Dienstleistungen) rund 70% der BWS (Österreich: 1% primärer Sektor, 29% sekundärer Sektor, 70% tertiärer Sektor).*

Im Jahr 2023 waren rund 3% der Erwerbstätigen (regionale Zuordnung nach dem Arbeitsort) im primären Sektor beschäftigt, rund 19% im sekundären Sektor und von rund 77% wurde der Arbeitsplatz dem tertiären Sektor zugerechnet (Österreich: 4% primärer Sektor, 22% sekundärer Sektor, 74% tertiärer Sektor).*

Quelle: Statistik Austria
* Die Summe der Anteile der drei Wirtschaftssektoren kann aufgrund von Rundungsdifferenzen geringfügig von 100% abweichen.

Die oben beschriebenen (auf den Arbeitsort bezogenen) Indikatoren zum regionalen Wirtschaftsniveau und zur regionalen Wirtschaftsstruktur erlauben Rückschlüsse hinsichtlich der Ausstattung einer Region mit Unternehmen und Arbeitsplätzen sowie der wirtschaftlichen Attraktivität einer Region.

Verknüpfung von „Wohlstandsindikatoren”

Zur Analyse des Wohlstandsniveaus der in der Region ansässigen Wohnbevölkerung wurde nun für die Arbeitsmarktprofile eine spezielle Berechnungsmethode angewandt. Die Verknüpfung verschiedener „Wohlstandsindikatoren”** und die daraus abgeleitete synthetische Gesamt-Rangreihung ermöglichen es, das Wohlstandsniveau der österreichischen NUTS 3-Regionen*** nach dem Wohnort-Prinzip zu erfassen. Die dabei verwendeten Indikatoren spiegeln sowohl die Einkommens- als auch die demografische Struktur der Regionen wider und geben somit ergänzende Informationen zu jenen Indikatoren, die sich auf den Arbeitsort beziehen.

Für Salzburg und Umgebung und Pinzgau-Pongau ergibt diese Berechnung einen Platz im oberen Mittelfeld der österreichischen NUTS 3-Regionen, die Region Lungau bleibt dahinter zurück (siehe Karte 1).

Karte 1:
Verknüpfung von „Wohlstandsindikatoren”
Wohlstandsindikatoren
Unter den 35 österreichischen NUTS 3-Regionen erreichen die Regionen Mühlviertel, Mostviertel-Eisenwurzen, Wiener Umland-Nordteil und Linz-Wels die besten Ränge, gefolgt von den Regionen Innviertel, Bludenz-Bregenzer Wald, Osttirol, Außerfern, Nordburgenland, Tiroler Unterland, Steyr-Kirchdorf, Pinzgau-Pongau, Salzburg und Umgebung, Mittelburgenland, Traunviertel, Wiener Umland-Südteil, Unterkärnten und Liezen.
Quellen: Statistik Austria, Arbeitsmarktservice Österreich; eigene Berechnungen
** Statistik Austria: Anteil der Über-65-Jährigen 2025, Durchschnittlicher Jahresnettobezug 2022‑2024, Anteil der Teilzeitbeschäftigung 2022‑2024; Arbeitsmarktservice Österreich (bzw. Statistik Austria): Arbeitslosenquote 2023‑2025, Anzahl der Tage in Krankengeldbezug 2023‑2025 je erwerbstätiger Person 2021‑2023, Anteil der 25‑64‑jährigen erwerbsfernen Personen an der Wohnbevölkerung im selben Alter 2023‑2025